Ursprung und Begriff: Das Wort Bouillon stammt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich „Siedung“ oder „das, was siedet“. Gemeint ist ursprünglich eine klare Bouillon, die durch das Auskochen von Fleisch, Knochen, Gemüse und Gewürzen entsteht. Schon im Mittelalter war es in Europa üblich, Reste von Fleisch und Knochen in Wasser auszukochen, um nährstoffreiche Suppen zu gewinnen.
Entwicklung in Frankreich: In Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts wurde Bouillon zu einer festen Grösse in der gehobenen Küche. Köche entwickelten systematische Methoden, Fleischfonds und klare Suppen herzustellen.
Bouillon als Volksgericht: Im 19. Jahrhundert entstanden in Paris die sogenannten Bouillons – einfache Restaurants, in denen Arbeiter günstige Mahlzeiten, oft eine Schale Bouillon mit Brot oder Fleisch, erhielten.
Industrielle Herstellung: Mit der Industrialisierung begann man, Bouillon auch haltbar zu machen:
• 1840er Jahre: Erste Versuche, konzentrierte Fleisch-Extrakte herzustellen.
• 1850er Jahre: Der deutsche Chemiker Justus von Liebig entwickelte den „Fleischextrakt“, der später in Würfelform (Bouillonwürfel) vermarktet wurde.
• 20. Jahrhundert: Marken wie Maggi und Knorr machten Bouillonwürfel und -pulver weltweit populär. Dadurch wurde Bouillon zur schnellen Basis für Suppen und Saucen in fast jedem Haushalt.


















